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Atemschutzübungsanlage - Geschichte

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Vilshofen und der Atemschutz

Die Entstehung bis hin zur "Anerkannten Ausbildungsstätte für Atemschutzgeräteträger bei der FF Vilshofen" zuständig für den Landkreis Passau und der Stadt Passau.

Der Atemschutz ist seit den Sechziger-Jahren ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehr Vilshofen. Als Atemschutz-Zentrum ist der Standort bei der Feuerwehr Vilshofen für den ganzen Landkreis Passau und Stadt Passau zuständig. Bereits Ende der Fünfziger-Jahre wurden bei der FF Vilshofen sog. Schlauchgeräte sowie Masken mit Filter bei einigen Einsätzen verwendet. 1964 wurde vom Landkreis Vilshofen für das bei der FF Vilshofen stationierte Tanklöschfahrzeug vier "umluftunabhängige Geräte" (sog. Pressluftatmer mit Vollsichtmaske) beschafft. Damit man die Flaschen selber füllen konnte wurde 1968 ein Kompressor angeschafft.

Es begann eine neue Ära in Sachen "Atemschutz" bei der FF Vilshofen.
Vor allem der damalige Kommandant Fritz Claudi trieb die technische Entwicklung bei der FF Vilshofen voran und erkannte vorausschauend die Notwendigkeit der Ausbildung in allen technischen Bereichen. Er übertrug ab 1969 die Ausbildung für den Atemschutz bei der FF Vilshofen dem jungen Löschmeister Martin Berthold jun.. So wurde intensiv die Ausbildung innerhalb der FF Vilshofen und ab 1971 die theoretische sowie die praktische Ausbildung mit auswärtigen Feuerwehren durchgeführt. Die nachstehende Entwicklung war der Grundstock für das Atemschutz-Zentrum bei der FF Vilshofen. 

Wichtige Schritte die zum heutigen Stand der Ausbildungsstätte beitrugen:
Ab 1971/72 theoretische und praktische Ausbildung mit auswärtigen Feuerwehren im alten Feuerwehrhaus an der heutigen "Alten Feuerwehrgasse".

1972/73 bis 1981: Zusätzliche Übungen im ABC-Übungsraum (sog. Dichtprüfung) in der Ritter v. Scheuering Kaserne in Passau, Neuburger Straße, mit auswärtigen Feuerwehren zum Teil bis zu 50 Kameraden. Die ärztlichen Untersuchungen wurden bis 1978 von Dr. Heindl, 1979 Dr. Stuchlik und ab 1980 durch Kolonnenarzt BRK Vilshofen Dr. Lipp durchgeführt.

1974 - Einbau einer Atemschutzübungsanlage im Eigenbau mit den Feuerwehrkameraden der Werksfeuerwehr Kloster Schweiklberg.

1977 - Ausbau zur Atemschutzpflegestelle im alten Feuerwehrhaus.

1978 - Teilnahme an einer allgemeinen Aussprache über den Betrieb der Atemschutzpflegestellen in der Staatlichen Feuerwehrschule in Regensburg

1978/79 wurde anlässlich der Verwaltungsratsitzungen die Ideen für einen "Feuerwehrhausneubau" eingebracht.

Da sich ein monotoner Atemschutzübungsablauf einzuschleichen drohte, wurde in Form einer Stadtmeisterschaft eine "Überprüfung der Leistungsbereitschaft für Atemschutzgeräteträger" eingeführt. Nachdem eine spezielle Durchführungsrichtlinie erarbeitet wurde, konnte diese Meisterschaft dreimal erfolgreich am 20.08.1980, 07.11.1981 und am 30.07.1983, mit zum Teil 14 Feuerwehren, durchgeführt werden.

1981: Die Einführung der FwDv 7 "Atemschutz" brachte eine grundlegende Änderung in der Ausbildung. Eine vorgesehene Dezentralisierung auf Landkreis- bzw. Städteebene war die Entwicklung.

1981: Einführung der arbeitsmedizinischen Vorsorge nach G26 - Erwin Lipp war der erste, der die Anerkennung für Vilshofen erbrachte.

1982/83: Neubau des Feuerwehrhauses am Wittelsbacherring. Die Idee der Errichtung von Räumen und Einrichtung für die Atemschutzpflegestelle und der Übungsanlage konnte nach neusten Erkenntnissen, auch in Hinblick auf die Dezentralisierung verwirklicht werden.

1983 stelle Kommandant Fritz Claudi beim Bayer. Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz den Antrag für Genehmigung der "Anerkannten Ausbildungsstätte für Atemschutzgeräteträger bei der FF Vilshofen". Der Brandmeister Martin Berthold besuchte 1983 einen der ersten Lehrgänge für "Ausbilder für Atemschutzgeräteträger" und so wurden die Grundvoraussetzungen für die Anerkennung erbracht:

- Leiter der anerkannten Ausbildungsstätte: Martin Berthold, zwei Stellvertreter: Walter Raab und Alfred Flierl
- ein Ausbilderteam
- Atemschutzübungsanlage mit den dazugehörigen Räumlichkeiten und Ausstattungen
- Atemschutzpflegestelle

November 1893: Einweihung des neuen Feuerwehrzentrums am Wittelsbacherring 8.

1984: Mit Schreiben vom 24. Januar 1984 wurde die Anerkennung durch das Bayer. Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz für den Betrieb eines "Sonstigen anerkannten Ausbildungsstätte für Atemschutzgeräteträger bei der FF Vilshofen für den Landkreis Passau und die Stadt Passau" bestätigt. Sie war somit die 1. Ausbildungsstätte in Niederbayern.

07.Mai 1984: Beginn des Übungsbetriebes der Übungsanlage für Atemschutzgeräteträger:
- mit 55 Feuerwehren, vier Werks- und Betriebsfeuerwehren des Landkreises Passau und zehn Freiwillige Feuerwehren sowie einer Werksfeuerwehr der Stadt Passau.
- Ferner wurde regelmäßig die Anlage von Kameraden aus Österreich Bezirk Schärding, als Übungsobjekt besucht.
- An 68 Übungstagen wurde die Anlage bestehend aus 3 Räumen (Arbeitsraum, Übungsraum und Zielraum) jeweils montags, donnerstags, freitags und samstags für die Belegung eingeteilt.
- Der reibungslose Ablauf in der Übungsanlage wird von drei Kameraden der FF Vilshofen und zwei Kameraden der BRK Kolone Vilshofen betreut und überwacht. 
- Für den Betrieb der AÜA wurde eine spezielle Richtlinie erstellt.

01./02. und 09. Juni 1984: 1. Atemschutzgeräteträgerlehrgang mit 15 Teilnehmern. Lehrgangsabschluss und Zeugnisausgabe mit Landrat Baptist Kitzlinger und Kommandant Fritz Claudi sowie 1. Lehrgangsleiter Martin Berthold.

Seit 1984 bis April 2010 - 125 Atemschutzgeräteträgerlehrgänge.
Die Ausbilder, Hilfsausbilder und Helfer (Gruppenführer, Fahrer, Kompressordienst) wurden überwiegend von der FF Vilshofen gestellt. Im Laufe der Jahre wurden aus allen 4 KBI Bereichen Kameraden und Feuerwehren mit Löschgruppenfahrzeugen hinzugezogen. Zum Abschluss wurde am Jahresende eine Ausbilder-/Übungsleiterbesprechung organisiert.

Ab 1984 wurde vom Leiter der Ausbildungsstätte jährliche Berichte über die Ausbildungstätigkeit bzw. Lehrgänge, Atemschutzübungsanalge, Belegepläne, Atemschutzwerkstätten im Landkreis und sonstigen Tätigkeiten erstellt.

Ab 1985: Für die Familien der Dienstleistenden der Freiwilligen Feuerwehr Vilshofen wurde das so genannte Atemschutzfest eingeführt.

1987: Der Leiter der Ausbildungsstätte Martin Berthold wird zum Kreisbrandmeister - Atemschutz ernannt und übernimmt als Fachbrandmeister für Atemschutz für den gesamten Landkreis Passau den Aufgabenbereich Atemschutz.

1989: 1. Dienstversammlung für Atemschutzbeauftragte und Kommandanten für den Landkreis Passau erstmalig in Tettenweis und Hutthurm statt, die dann im zweijährigen Turnus fortlaufend durchgeführt wurden.

1989: 1 Atemschutzgeräteträgerlehrgang der FF Passau in Eigenregie unter Beteiligung und Abnahme der Ausbildungsstätte Vilshofen. Die Ausbildungsleitung in Passau übernimmt SBM Ludwig Kapfhammer.

1990: Einführung von Lehrgangsgebühren an die Gemeinden; Lehrgangsgebühr 8.000 DM Aufwandsentschädigung für Ausbildungspersonal 1.200 DM; Lehrgangsabrechnung in Eigenregie. Die FF Vilshofen erhält von der Stadt Vilshofen eine Gesamtvergütung für den Betrieb der Übungsanlage.
Überörtliche CSA-Ausbildung z.B. Grafitwerk Kropfmühle, Hutthurm, Bad Griesbach, Bad Füssing, Aldersbach und Hauzenberg.

1993: Erstmalig werden Frauen bei den Atemschutzgeräteträgerlehrgängen in Passau und Vilshofen ausgebildet.

03./04. bis 11.05.1995: 50. Atemschutzgeräteträgerlehrgang 

1996: Die Bestrebungen einzelner Führungsdienstgrade das Atemschutzzentrum in den Landkreis zu verlagern wurde nicht erfüllt.
Durch den Erweiterungsbau bleibt das Atemschutzzentrum in Vilshofen. Die notwendige Erweiterungsmaßnahme erfasste einen Ausbilder- und Sanitätsraum, Umkleide/Dusche für Frauen, Umkleide für Männer und Zugang mit Ablage für Atemschutzgeräte. Die feierliche Einweihung folgte am 26.11.1996.
Die Lehrgangsgebühren wurden angepasst: Lehrgangsgebühr 11.000 DM, sonstige z.B. THW 13.000 DM, Aufwandsentschädigung für Ausbildungspersonal 1.800 DM.

Juni 1999: 1. Lehrgang CSA "Tragen von Chemieschutzanzügen" in Eigenregie. Eintägiger Lehrgang Theorie und Praxis mit 16 Probanden und Zeugnisausgabe im Atemschutzzentrum bei der FF Vilshofen.

2000: Da die stellvertretenden Leiter der anerkannten Ausbildungsstätte aus dem aktiven Feuerwehrdienst ausschieden, wurden neue bestellt und der Regierung von Niederbayern, sowie den zuständigen amtlichen Stellen mitgeteilt: OLM Edmund Fischer und LM Siegfried Haslinger.

28.10.2002: Der bisherige Leiter der Ausbildungsstelle, KBM Martin Berthold geht in den Ruhestand. Sein Amt übernimmt KBM Edmund Fischer.

07.05.2008: Die Atemschutzgeräteträgerlehrgänge am Standort Vilshofen werden durch die Begehung der Brandsimulationsanlage bei der FF Osterhofen erweitert.

Mai 2010: Das Atemschutzausbildungszentrum bei der FF Vilshofen hat sich als ständige und wichtige Ausbildungsorganisation etabliert.
So wurden in den 26 Jahren seit der Inbetriebnahme 126 Atemschutzgeräteträgerlehrgängen mit 3.000 Probanden und 28 CSA-Lehrgänge mit 440 Probanden durchgeführt. Ferner wurde durch örtliche Fortbildungslehrgänge und vielen Übungen das Ausbildungsvolumen erweitert. An den jährlichen Pflichtübungen in der Atemschutzübungsanlage nahmen 1984 bis 2010 insgesamt 35.000 Probanden teil.